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Zwei Kinder flüstern sich etwas ins Ohr

Warum lügen Kinder? Die Wahrheit über Unwahrheiten und wie Eltern liebevoll reagieren können

Lesezeit: 5 Minuten

„Lügen haben kurze Beine“

Was kannst du tun, wenn dein Kind lügt?

Die Wahrheit zu sagen ist ein wichtiger Wert, den wir unseren Kindern beibringen wollen. Aber was passiert, wenn wir feststellen, dass unser Kind lügt? Viele Eltern fühlen sich dann hilflos und haben Angst, etwas falsch gemacht zu haben. In diesem Artikel möchten wir uns mit dem Thema auseinandersetzen und erklären, warum Kinder lügen und wie wir als Eltern damit umgehen können.

Warum lügt dein Kind?

Kinder lügen aus verschiedenen Gründen, die eng mit ihrem Alter und ihrer Persönlichkeit verbunden sind. Jedes Kind hat seine eigene Motivation zum Lügen, die tief in seinen individuellen Erfahrungen und Emotionen verwurzelt ist.

Angst

Einige Kinder lügen vielleicht aus Angst vor Strafen oder dem Schamgefühl, das sie empfinden, wenn sie ihre Fehler zugeben müssen. Diese Kinder fürchten sich davor, von ihren Eltern missbilligt oder bestraft zu werden und versuchen daher, ihre Handlungen zu vertuschen. Es ist wichtig zu erkennen, dass diese Ängste bei Kindern unterschiedlichen Alters auftreten können.

Fantasie und Vorstellungskraft 

Andere wiederum lassen ihrer Fantasie und Vorstellungskraft freien Lauf und erfinden Geschichten oder Situationen einfach nur zum Spaß. Gerade für jüngere Kinder bedeutet das Erzählen von fantastischen Geschichten eine Möglichkeit der Unterhaltung und des Ausdrucks ihrer Kreativität.

Aufmerksamkeit

Manche Kinder greifen zur Lüge um Aufmerksamkeit zu erhalten. Sie wollen im Mittelpunkt stehen und fühlen sich durch ihr unehrliches Verhalten bestätigt. Dies kann auf ein Mangel an Selbstwertgefühl zurückzuführen sein oder darauf hindeuten, dass ihnen andere Formen der Zuwendung fehlen.

Sozialer Druck

Ältere Jugendliche könnten auch unter sozialem Druck stehen – sei es in der Schule oder unter Freunden -, um cool zu wirken oder akzeptiert zu werden. In solchen Fällen könnte das Lügen als Verteidigungsmechanismus dienen: Durch das Verzerren der Wahrheit hoffen sie, den Erwartungen ihrer sozialen Gruppe gerecht zu werden und nicht ausgegrenzt oder verspottet zu werden.

Wie kannst du reagieren, wenn du dein Kind beim lügen erwischst?

Wenn wir feststellen, dass unser Kind gelogen hat, ist es von großer Bedeutung, dass wir ruhig und rational reagieren. Es ist wichtig zu verstehen, dass dies kein persönlicher Angriff auf uns als Eltern ist. Kinder lügen aus verschiedenen Gründen – manchmal aus Angst vor Strafen oder Konsequenzen.

Eine Möglichkeit, mit der Situation umzugehen, besteht darin, die erfundene Geschichte unseres Kindes humorvoll zu betrachten. Das bietet sich an, wenn Kinder in ihrer Fantasiephase stecken und gerade Gefallen am Geschichten erfinden haben. Das ist ab etwa 4 Jahren der Fall. Steig mit in die Erzählungen ein, schmücke aus und überzeichne die Erzählungen. Indem wir Spaß haben und das Lügen weniger ernst nehmen, können wir dem Kind vermitteln, dass es in Ordnung ist auch mal Unsinn zu erzählen und wir dabei Spaß haben dürfen.

Gleichzeitig sollten wir jedoch auch Gelegenheiten nutzen, um gute von schlechten Lügen bzw. Geheimnissen zu unterscheiden. Wir müssen unserem Kind klar machen, dass Lügen Konsequenzen haben können. Dabei sollten wir darauf achten das Kind nicht als “Lügner” abzustempeln oder sein Verhalten herabzuwürdigen. Stattdessen können wir ihnen aufzeigen, was das Lügen mit dem Vertrauen unseres Gegenübers macht (Achtung: Damit dein Kind sich in andere hineinversetzen kann, sollte es mindestens vier Jahre, eher ein bis zwei Jahre älter sein).

Mit älteren Kindern können wir unsere Familienwerte besprechen und versuchen herauszufinden warum sie lügen. Vielleicht steckt dahinter ein tieferliegendes Problem oder eine Unsicherheit des Kindes. In solchen Fällen müssen wir einfühlsam sein und versuchen das eigentliche Verhalten anzusprechen sowie Lösungen gemeinsam finden.

Anstatt das Lügen grundsätzlich zu verbieten sollten wie uns fragen: Hat das Kind Angst vor Strafen? Was braucht es um sich sicherer fühlen? Indem wir diese Fragen beantworten, können wir das Vertrauen und die Beziehung zu unserem Kind stärken.

Insgesamt ist es wichtig, dass unsere Reaktion auf das Lügen unseres Kindes überzeugend ist. Wir sollten geduldig sein und dem Kind zeigen, dass wir ihm helfen wollen, ehrlich mit uns umzugehen. Durch eine positive und einfühlsame Herangehensweise können wir dazu beitragen, dass unser Kind lernt aus seinen Fehlern zu wachsen und ein verantwortungsbewusstes Verhalten zu entwickeln.

Wie du deinem Kind hilfst, die Wahrheit zu sagen

Als Eltern haben wir eine wichtige Aufgabe: Wir müssen Vorbilder für unsere Kinder sein. Das bedeutet, dass wir ehrlich und authentisch sein sollten. Wenn wir unsere eigenen Fehler eingestehen können, zeigen wir unseren Kindern, dass es in Ordnung ist, Fehler zu machen – solange man daraus lernt und aufrichtig bleibt.

Um diese Botschaft zu vermitteln, ist eine offene Kommunikationsebene von großer Bedeutung. Unsere Kinder sollten sich sicher fühlen und frei sprechen können, ohne Angst vor Strafe oder Kritik zu haben. Es ist wichtig, ihnen das Gefühl zu geben, dass ihre Gedanken und Meinungen wertvoll sind und gehört werden.

Darüber hinaus möchte ich betonen, dass Geheimnisse ein natürlicher Teil des Abnabelungsprozesses sind. Als Eltern müssen wir verstehen lernen, dass nicht alles immer mit uns geteilt wird – das heißt jedoch nicht zwangsläufig etwas Negatives! In einer gesunden Beziehung zwischen Eltern und Kindern geht es darum Vertrauen aufzubauen.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, deinem Kind zu vermitteln, dass es gute Geheimnisse gibt – wie beispielsweise Überraschungen zum Geburtstag oder Weihnachten – die dazu dienen können den Spaßfaktor im Alltag hochzuhalten; aber auch schlechte Geheimnisse – bei denen jemand absichtlich täuscht um anderen Schaden zuzufügen – ,die vermieden werden sollten.

Auch im Hinblick auf Missbrauch sollten Kinder hier sensibilisiert werden: Wenn sie ein schlechtes Gefühl haben, sich mit den Geheimnis unwohl fühlen oder sogar dazu gedrängt werden, das Geheimnis für sich zu behalten, weil die Eltern sonst sauer sind, sollten Kinder alarmiert sein. In solchen Momenten ist es besonders wichtig, dass unser Kind Vertrauen in uns hat, mit jedem Geheimnis, jeder Lüge und jedem Fehlverhalten zu uns kommen zu können, ohne Angst vor Strafen.

Wie du eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen kannst

Eine gute Übung, um das Vertrauen und die offene Kommunikation in der Familie zu fördern, ist der so genannte Vertrauenskreis. Bei dieser Übung erzählt jeder in einer kleinen familiären Runde ein Geheimnis. Wichtig dabei ist, dass die Übung freiwillig ist. Niemand muss etwas erzählen. Und die Regeln müssen eingehalten werden: Wenn jemand ein Geheimnis erzählt, darf niemand dazu etwas sagen. Wir als Eltern sollten natürlich auch ein Geheimnis erzählen. Diese Übung bietet einen sicheren Raum für das Kind und stärkt das Vertrauen in der Familie.

Fazit

Kinder lügen aus verschiedenen Gründen und es ist wichtig, dass Eltern einfühlsam darauf reagieren. Bestrafungen können dazu führen, dass Kinder noch mehr lügen oder Angst davor haben, die Wahrheit zu sagen. Stattdessen sollten Eltern eine Vertrauensumgebung schaffen, in der Kinder sich sicher fühlen können, die Wahrheit zu sagen. Der Umgang mit Lügen bietet auch die Möglichkeit als Familie zusammenzuwachsen und wichtige Werte wie Ehrlichkeit und Respekt zu vermitteln. Es ist wichtig zu bedenken, dass Lügen ein normaler Teil der kindlichen Entwicklung sind und Geduld sowie Unterstützung von Eltern benötigen. Eine offene Kommunikation und eine Atmosphäre des Vertrauens sind essentiell für die emotionale Entwicklung von Kindern und helfen ihnen dabei, Verantwortung zu übernehmen.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Umsetzen.

Deine Katharina

Hör dir meine aktuelle Podcastfolge zu diesem Thema an:

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Katharina von Sichtwechsel Erziehung ist Expertin für eine liebevolle Beziehung zu deinem Kind

Hi, ich bin Katharina

Meine Vision ist es, mehr Harmonie und Leichtigkeit ins Familienleben zu bringen. Als Familienberaterin unterstütze ich Eltern dabei, das Verhalten ihrer Kinder besser zu verstehen und liebevoll Grenzen zu setzen – ohne Drohungen und Strafen.

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