
Anschreien von Kindern vermeiden: Tipps für mehr Gelassenheit im Alltag
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Wutanfall als Eltern – Warum du manchmal explodierst und dein Kind anschreist
Der Alltag mit Kindern kann stressig sein. Arbeit, Haushalt, Kinderbetreuung, Hausbau und dabei auch noch Zeit für sich selbst und die Partnerschaft finden. Wenn wir nicht gut auf uns achten, führt dieser ständige Druck oft dazu, dass wir irgendwann die Geduld verlieren und unsere Kinder anschreien – obwohl wir das nicht wollen. Besonders in der Autonomiephase der Kinder, wenn sie regelmäßig Wutanfälle haben, wird unsere Geduld auf die Probe gestellt. Sind wir dann selbst müde oder überfordert, fällt es leicht, die Kontrolle zu verlieren.
Wichtig zu verstehen: Wut ist kein Zeichen von Versagen, sondern ein Hinweis, dass deine eigenen Bedürfnisse zu kurz kommen. Gerade Eltern, die sich sehr auf die Bedürfnisse ihrer Kinder fokussieren, vergessen oft, auch auf sich selbst zu achten. Das Ergebnis ist, dass wir innerlich immer unzufriedener werden, was sich in Form von Wut entladen kann. Zusätzlich haben viele Eltern in ihrer eigenen Kindheit nicht gelernt, mit ihrer Wut gesund umzugehen.
Mit eigener Wut umgehen – Was bedeutet denn schimpfen?
Oft werde ich gefragt: „Was bedeutet es eigentlich, zu schimpfen?“ Ich erinnere mich an einen Tag mit meinen Kindern, an dem ich dachte: Genau das ist es.
An diesem Tag hatte unser Mittlerer einfach richtig schlechte Laune. Es schien, als könnte ihn nichts zufriedenstellen. Das Frühstück passte nicht, unsere Pläne für den Tag waren ihm nicht recht, und selbst die kleinsten Dinge – wie das Schmatzen beim Essen – brachten ihn auf die Palme. Er war einfach den ganzen Tag motzig und ich hatte irgendwann wirklich die Nase voll. Alles, was ich tat, schien nicht zu passen und ich fragte mich: Wie vielen Kindern geht es so, dass sie den ganzen Tag das Gefühl haben, etwas falsch zu machen? Und wie doof fühlt sich das bitte an!?
Gerade auf dem Schulweg fällt mir oft auf, dass schon morgens viel geschimpft wird. Regelmäßig beobachte ich Eltern, die ihren Kindern ständig sagen, was sie nicht gut machen oder was sie anders machen sollten. Viele bekommen gar nicht mehr mit, wie sehr sie ihre Kinder ständig kritisieren und die gesamte familiäre Stimmung belasten.
Beim Schimpfen und Meckern geht es dabei nicht um die seltenen Momente, in denen du vielleicht mal die Geduld verlierst, sauer wirst oder dein Kind laut anschreist. Wir alle haben diese Momente, und es ist völlig normal, dass du mal unfair oder ungeduldig reagierst. Das Problem beginnt, wenn die Schimpf-Situationen zur Regel werden – wenn du dich ständig überfordert fühlst, regelmäßig die Nerven verlierst und dein Alltag von Meckern und Schimpfen geprägt ist. Denn diese regelmäßigen negativen Reaktionen hinterlassen Spuren bei deinem Kind (z. B. den Glaubenssatz “Ich bin nicht gut genug“ festigen) und belasten eure Beziehung langfristig.
Hilfe, ich habe mein Kind nicht nur angeschrien, sondern bin handgreiflich geworden
Wenn du dein Kind grob angefasst (z. B. geschlagen, geschüttelt, gezerrt) oder isoliert (z. B. aufs Zimmer geschickt) hast, wurden Grenzen überschritten. Hier ist es wichtig, sofort innezuhalten und dir Unterstützung zu suchen. Scham und Schuldgefühle verschlimmern die Situation oft nur. Deshalb hol dir auf jeden Fall Unterstützung – sei es durch Gespräche mit anderen Eltern, durch eine Elternberatung oder durch die Hilfe eines Therapeuten.
Anschreien von Kindern – Das macht es mit deinem Kind
Gerade im jungen Alter beziehen Kinder das Anschreien direkt auf sich, da ihr Gehirn noch nicht vollständig entwickelt ist. Sie denken, sie hätten es verdient und dass ihre Eltern immer recht haben. Das führt dazu, dass ihr Selbstwert leidet. Wenn du dein Kind anschreist, versteht es nicht, dass deine Wut aus Stress oder Schlafmangel resultiert. Für dein Kind bist du in dem Moment unberechenbar, was sein Vertrauen in dich erschüttert. Kinder, die häufig angeschrien werden, haben oft später weniger Selbstvertrauen und ein erhöhtes Risiko, an Depressionen zu erkranken.
Deshalb ist es so wichtig, dass du lernst, mit deiner Wut umzugehen, wenn du einen Wutanfall hast.
Das heißt nicht, dass es nie wieder Tage gibt, an denen du dein Kind mal anmeckerst und sagst: “Boah, jetzt reicht es mir aber!“ Das sollte nur in Extremfällen noch passieren. Es geht vorwiegend darum, dass du langfristig schaust, wie du mit deinen Bedürfnissen und deinem Stresspegel besser umgehst.
So wirst du deine Wut los & bewahrst Ruhe in deinem stürmischen Wutanfall
Wut kann nicht einfach „weggemacht“ werden. Sie ist ein Gefühl, das uns zeigt, dass unsere eigenen Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Daher ist es wichtig, für sich selbst zu sorgen – denn nur, wenn es dir gut geht, kannst du auch geduldig und liebevoll auf dein Kind eingehen.
4 Fragen, die du dir stellen kannst, um den Auslöser für deine Wutanfälle zu erkennen:
1. Wo liegt der größte Stressfaktor in meinem Alltag?
Ist es der Morgen, an dem alle hektisch zur Arbeit und Schule müssen? Oder ist es der Abend, wenn die Kinder müde und quengelig sind, du aber noch so viele Aufgaben hast?
2. Wie viel Schlaf bekomme ich?
Schlafmangel ist einer der Hauptgründe, warum Eltern überfordert und wütend sind. Überlege, wie du mehr Schlaf oder zumindest Erholung bekommen kannst. Vielleicht kannst du abends eine halbe Stunde früher ins Bett gehen oder dir tagsüber eine kleine Pause gönnen. Sprich am besten mit deiner/m Partner:in und findet gemeinsam eine Lösung.
3. Welche Erwartungen habe ich an mich selbst?
Oft setzen wir uns als Eltern unter großen Druck, alles perfekt machen zu müssen. Diese hohen Erwartungen erhöhen das Stresslevel nur noch mehr. Erlaube dir, unperfekt zu sein. Gerade am Anfang, wenn wir versuchen, alte Muster zu durchbrechen, kann es sein, dass es noch nicht so gut funktioniert. Sei sanft mit dir.
4. Wie habe ich Wut in meiner Kindheit erlebt?
Wenn du bei mir schon im Bindungskurs warst, dann weißt du, dass echte Veränderung nur kommt, wenn du dich auch mit deinem inneren Kind beschäftigst. Deshalb 3 Fragen fürs Reflektieren:
- Wie wurde auf meine Wut reagiert? (z. B. Bestrafung, Wegschicken, liebevoll begleitet)
- Wie habe ich mich dadurch gefühlt?
- Wie sind meine Bezugspersonen mit ihrer Wut umgegangen? (z. B. haben sie unterdrückt, Wutanfälle waren ihnen peinlich, offen ausgelebt, sich nach einem Wutanfall entschuldigt) Und wie hast du dich in der Situation gefühlt?
So kannst du mit dem Wutanfall oder Gefühlsstürmen deines Kindes umgehen
Wenn dein Kind einen Wutanfall hat, ist es entscheidend, dass du selbst ruhig bleibst. Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Gerade wenn das Kind laut schreit, dich vielleicht sogar haut oder sich auf den Boden wirft, kann das bei dir ebenfalls Wut & Frust entfachen.
Wut ist eine Emotion, die viele von uns Eltern unterdrücken lernen. Uns wurde beigebracht, dass Wut schlecht ist und sie gesellschaftlich nicht gerne gesehen wird.
Dabei ist Wut eine Emotion, wie Freude und co. Dass Wut aufkommt, kannst du nicht kontrollieren. ABER du kannst kontrollieren, wie du mit deiner Wut umgehst und Wutanfälle vorbeugst, indem du dich gut um dich selbst kümmerst.
Das liegt in deiner Verantwortung.
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Sichtwechsel Wissen
häufige Fragen
Warum schreie ich mein Kind an, obwohl ich das nicht will?
Oft ist es kein „Charakterproblem“, sondern Überforderung im Nervensystem: Stress, Zeitdruck, Schlafmangel und ständige Widerstände im Alltag lassen die Geduld schneller kippen. Wenn du innerlich schon am Limit bist, reicht ein kleiner Auslöser – und du wirst laut, obwohl du eigentlich liebevoll bleiben möchtest.
Ist Anschreien schlimm für mein Kind?
Einmal laut werden macht dich nicht zu einer schlechten Mutter oder einem schlechten Vater. Entscheidend ist, wie häufig es passiert und ob es danach wieder Verbindung gibt. Kinder brauchen Orientierung und Sicherheit – und sie profitieren davon, wenn Eltern lernen, mit Stress anders umzugehen und nach einem Streit wieder in Kontakt zu kommen.
Was sind typische Auslöser für Elternwut und Schreien im Familienalltag?
Viele Eltern werden besonders schnell getriggert, wenn das Kind „Nein“ sagt, trotzt, schreit oder scheinbar nicht mitmacht – z.B. beim Anziehen, Zähneputzen, Essen oder Aufräumen. Auch das Gefühl, nicht gehört zu werden oder ständig erklären zu müssen, verstärkt den Druck. Häufig ist es eine Mischung aus kindlichem Verhalten und deiner aktuellen Belastung.
Was kann ich in dem Moment tun, kurz bevor ich explodiere?
Hilfreich ist, den Moment früh zu erkennen: Anspannung im Körper, schneller Atem, innere Unruhe oder der Impuls, „jetzt reicht’s“. Dann helfen Mini-Unterbrechungen, die dich wieder regulieren: kurz durchatmen, langsamer sprechen, einen Schritt zurücktreten oder dir innerlich einen kurzen Stopp-Moment geben. Je früher du merkst, dass es hochgeht, desto leichter kannst du gegensteuern.
Wie kann ich langfristig weniger schimpfen und gelassener bleiben?
Langfristig hilft es, Muster zu verstehen: Wann wirst du besonders schnell wütend? Welche Situationen wiederholen sich? Und was brauchst du selbst, um nicht ständig im Stressmodus zu sein? Viele Eltern werden gelassener, wenn sie ihre Trigger ernst nehmen, Erwartungen alltagstauglich anpassen und sich regelmäßig kleine Pausen und Unterstützung ermöglichen.
Was, wenn ich nicht nur geschrien habe, sondern grob geworden bin?
Wenn du merkst, dass du dein Kind grob angefasst hast (z.B. gezerrt, geschüttelt) oder du Grenzen überschritten wurden, ist es wichtig, nicht in Scham zu versinken, sondern dir Unterstützung zu holen. Genau dort entsteht echte Veränderung: mit Entlastung, Reflexion und konkreten Strategien für die nächsten Stressmomente.

Hi, ich bin Katharina
Gründerin von Sichtwechsel,
systemische Familienberaterin &
Mama von drei Kindern.
Meine Vision ist ein Familienalltag mit weniger Machtkämpfen und mehr Verbindung. Als Familienberaterin unterstütze ich Eltern dabei, kindliches Verhalten besser zu verstehen und klare, liebevolle Grenzen zu setzen – ohne Drohungen und Strafen. Dabei schauen wir nicht nur auf dein Kind, sondern auch auf deine innere Haltung und die Muster, die dich in stressigen Momenten aus der Ruhe bringen.
Schön, dass du hier bist.
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