
Dein Kind will ständig Geschenke? So gehst du richtig damit um!
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Kind will immer mehr haben – Warum piekst dich das Verhalten an?
Ich weiß, wenn dein Kind immer mehr Geschenke will, kann dich das sehr anpiksen. So war es jedenfalls bei mir. Gerade weil wir in einer Gesellschaft aufwachsen, in der wir alles in Fülle haben. Uns wird immer öfter bewusst, dass wir mit unserem Konsum achtsam & ressourcenschonend umgehen müssen. Aus Nachhaltigkeit, aber auch, weil wir natürlich eine gewisse Angst haben, dass unsere Kinder zu sehr verwöhnt werden. Vielleicht hast du auch den Glaubenssatz, wenn dein Kind immer mehr haben will und auch immer alles bekommt, dass es dann den Wert überhaupt nicht zu schätzen weiß und dein Kind garantiert zum Tyrannen wird.
Kann dein Kind den Wert von Geschenken überhaupt schätzen?
Je nach Alter deines Kindes kann es tatsächlich den Wert nicht schätzen. Und das hat gar nichts damit zu tun, dass du es zu sehr verwöhnst oder mit Geschenken überschüttest. Viel mehr hat es damit zu tun, dass dein Kind den Wert noch gar nicht erkennt. Es hat einfach gar keine Vorstellung davon, dass Dinge etwas kosten. Dass Geld nicht einfach endlos von einer Plastikkarte kommt.
Warum will mein Kind ständig Geschenke oder etwas Neues haben?
Ist es etwa zu materialistisch? Ich kann dich beruhigen: Deinem Kind geht es in der Regel gar nicht um diesen materiellen Wert, sondern es geht deinem Kind um den emotionalen Wert eines Geschenkes. Dein Kind fühlt sich geliebt und wertgeschätzt, wenn du ihm etwas mitbringst.
Wenn du darüber nachdenkst, fällt dir vielleicht auf: Oftmals spiegelt dein Kind diese Art der Wertschätzung auf eigene Weise wider – indem es dir etwas malt, bastelt oder kleine Schätze sammelt. Dein Kind wird sehr wahrscheinlich auch total gerne Dinge verschenken.
Das liegt daran, dass dein Kind die Sprache der Liebe “Schenken“ spricht.
Die 5 Sprachen der Liebe – Was ist das?
Es gibt fünf Sprachen der Liebe, die Menschen sprechen können. Eine davon ist das Schenken. Wahrscheinlich spricht dein Kind genau diese Sprache. Es geht dabei weniger um den materiellen Wert des Geschenkes, sondern vielmehr um die Geste. Das heißt jedes Mal, wenn du deinem Kind etwas mitbringst oder schenkst, denkt dein Kind: Oh, ich bin Mama oder Papa wichtig. Bevor du jetzt denkst: Oh mein Gott, das meinst du jetzt nicht ernst?! Ich soll meinem Kind jetzt ständig was kaufen und schenken?! Nein, natürlich musst du deinem Kind nicht ständig neue Dinge kaufen und es mit Spielzeug überhäufen. Mehr dazu im übernächsten Kapitel.
Wie ich erkannt habe, dass mein Kind “Schenken” als Sprache der Liebe spricht – auf diese Anzeichen darfst du bei deinem Kind achten
Eines unserer drei Kinder spricht ebenfalls die Sprache der Liebe des Schenkens. Da ich damals noch nicht bindungsorientiert erzogen habe, ist mir das erst später aufgefallen. An diesen 3 Anzeichen habe ich es gemerkt:
1. Dein Kind will ständig Geschenke
Mich hat das damals super angepiekst, dass mein Kind ständig etwas haben wollte, weil ich mit den Glaubenssätzen aufgewachsen bin:
- Man soll genügsam sein
- Man muss dankbar sein
- Du kannst dir nicht alles kaufen, was du willst
- Du kannst nicht immer alles haben
Deshalb fand ich das Verhalten meines Kindes total anstrengend. Und bisschen peinlich war es mir auch, dass mein Kind ständig nach neuen Geschenken verlangte.
2. Dein Kind beschenkt gerne andere
Mittlerweile ist mein Sohn 12 Jahre und hat natürlich eigenes Taschengeld. Im letzten Jahr zu Weihnachten hat er der ganzen Familie Weihnachtsgeschenke von seinem eigenen Geld gekauft. Total niedlich. Und das hat mir gezeigt: ja, dieses Kind schenkt total gerne. Auch als kleineres Kind war das schon sichtbar: Wir haben Kisten voll mit gemalten und gebastelten Dingen, die er immer wieder für uns gemacht hat. Das haben wir tatsächlich bei den anderen beiden Kindern gar nicht so sehr. Die sprechen diese Sprache der Liebe nicht.
3. Dein Kind hat eine Schatzkiste
Als unser Sohn jünger war, hatte er immer eine Kiste mit Prüdelkram. Das war seine Schatzkiste. Wenn man sich das angeguckt hat, war das Schrott, den er irgendwo gefunden hatte. Aber für ihn war das ein großer emotionaler Wert und er wusste, was er wo gefunden hatte. “Das habe ich mit meinem Freund X gefunden, als wir damals im Wald waren“.
Wie du damit umgehen kannst, wenn dein Kind ständig etwas Neues haben will
Was kannst du also tun, wenn dein Kind ständig nach Geschenken fragt und immer mehr haben möchte? Es geht nicht darum, jetzt jedes Mal ein neues Spielzeug zu kaufen oder dein Kind mit teuren und großen Dingen zu überhäufen. Stattdessen kannst du deinem Kind durch kleine Aufmerksamkeiten zeigen, dass du an es denkst.
Hier ein paar Ideen:
- Finde beim Spazierengehen einen besonders schönen Stein und schenke ihn deinem Kind.
- Fotografiere eine Baustelle, die dein Kind spannend findet, und erzähle ihm später davon.
- Denke beim Einkaufen an den Lieblingsjoghurt deines Kindes.
Diese Kleinigkeiten reichen oft aus, um den Bindungstank deines Kindes über den Tag zu füllen – es geht nicht um den materiellen Wert, sondern um die Aufmerksamkeit, die du deinem Kind schenkst.
Welche Sprachen der Liebe es außerdem gibt
Wenn du tiefer eintauchen möchtest, warum manche Kinder besonders stark über kleine Geschenke, Mitbringsel oder Überraschungen „Liebe“ spüren, dann hör gern in meine Podcastfolge zu den Sprachen der Liebe rein. Dort erfährst du, welche verschiedenen Liebessprachen es gibt und wie du herausfinden kannst, was dein Kind wirklich braucht, um sich gesehen und verbunden zu fühlen.
Denn oft geht es vordergründig gar nicht um das Geschenk an sich, sondern um Aufmerksamkeit, Nähe und Zuneigung. Schenken ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, wie Kinder Verbindung ausdrücken und wenn du das erkennst, wird es leichter, klar zu bleiben und trotzdem liebevoll zu reagieren.
Sichtwechsel Wissen
häufige Fragen
Warum will mein Kind ständig Geschenke oder etwas Neues haben?
Meist geht es nicht um den materiellen Wert, sondern um den emotionalen Wert: Dein Kind verbindet „Mitbringsel“ mit Aufmerksamkeit und Zuneigung. Gerade bei Kindern, die darüber Verbindung spüren, taucht der Wunsch nach Geschenken besonders häufig auf.
Kann mein Kind den Wert von Geschenken überhaupt schon einschätzen?
Je nach Alter noch nicht. Viele Kinder haben keine Vorstellung davon, dass Dinge Geld kosten und dass Geld begrenzt ist. Das hat nichts damit zu tun, dass dein Kind undankbar ist – es ist schlicht Entwicklung.
Ist mein Kind materialistisch oder werde ich es „verwöhnen“, wenn ich nachgebe?
Der Wunsch nach Geschenken bedeutet nicht automatisch, dass dein Kind materialistisch ist oder später „verwöhnt“ wird. Häufig triggert uns das Thema, weil wir selbst mit Glaubenssätzen wie „Sei genügsam“ oder „Du kannst nicht alles haben“ aufgewachsen sind. Ein Perspektivwechsel hilft: Was braucht dein Kind gerade wirklich – und was piekst dich daran an?
Woran erkenne ich, ob „Schenken“ eine Sprache der Liebe meines Kindes ist?
Typische Hinweise sind: Dein Kind fragt oft nach Mitbringseln, schenkt selbst gern (gemalt, gebastelt, kleine Fundstücke) oder sammelt Dinge mit emotionalem Wert, wie eine Schatzkiste. Dann geht es oft um die Geste und das Gefühl „Du hast an mich gedacht“.
Was kann ich tun, ohne ständig Spielzeug zu kaufen?
Du kannst „Schenken“ über kleine Aufmerksamkeiten erfüllen: einen schönen Stein vom Spaziergang, ein Foto von etwas Spannendem (z.B. Baustelle), den Lieblingsjoghurt beim Einkauf oder eine kleine Notiz/Zeichnung. So bekommt dein Kind das Gefühl von Verbindung – ohne Konsumdruck.
Was sage ich, wenn mein Kind im Laden dauernd nach Sachen fragt?
Hilfreich ist eine ruhige, klare Antwort ohne lange Diskussion – und danach ein Angebot, wie Verbindung trotzdem geht. Zum Beispiel: „Heute kaufen wir nichts. Aber ich merke mir das – und du darfst mir zeigen, was du daran toll findest.“ So fühlt sich dein Kind gesehen, auch wenn du Nein sagst.

Hi, ich bin Katharina
Gründerin von Sichtwechsel,
systemische Familienberaterin &
Mama von drei Kindern.
Meine Vision ist ein Familienalltag mit weniger Machtkämpfen und mehr Verbindung. Als Familienberaterin unterstütze ich Eltern dabei, kindliches Verhalten besser zu verstehen und klare, liebevolle Grenzen zu setzen – ohne Drohungen und Strafen. Dabei schauen wir nicht nur auf dein Kind, sondern auch auf deine innere Haltung und die Muster, die dich in stressigen Momenten aus der Ruhe bringen.
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